Unser Beitrag an die Energiewende

Die Feuerwehr, Dein Freund und Helfer

Solartreff «PV-Anlagen und Batteriespeicher als Herausforderungen für die Feuerwehr»

Am sonnigen Samstagvormittag des 22. März 2025 haben sich um die 50 Interessierte bei der Feuerwehr Wehntal getroffen, um an den spannenden Live-Demonstrationen der 5 Feuerwehrleute um Kommandant Patrice Gostelli teilzunehmen.

An erster Stelle möchten wir ganz herzlich dem Feuerwehrteam danken, das sich extra an einem freien Samstagmorgen in Montur gestürzt und einen so tollen Anlass für die IG Solar Interessierten organisiert hat.

Den Organisatoren der IG Solar Wehntal war und ist es wichtig, alle Aspekte um die Solarenergie und deren Speicherung zu beleuchten und der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Dieser Anlass mit der Feuerwehr zeigte auf sehr eindrückliche Weise auf, was die Feuerwehr macht, welche Hilfsmittel sie hat, auf was sie achten muss, und vor allem Warum.

Wo liegen die zusätzlichen Hürden, wenn eine Liegenschaft mit einer Photovoltaik oder einem Batteriespeicher ausgestattet ist? Es liegen immerhin bis zu 1000 Volt Spannung an! Wo helfen die Vorschriften in der Praxis und wo weniger? Was kann jede und jeder einzelne tun, um Risiken zu vermeiden?

  • Stringplan & Feuerwehr-Orientierungsplan beim Wechselrichter platzieren
  • Feuerwehr zur Besichtigung aufbieten
  • DC & AC-Leitungen gut beschriften lassen und nicht in Dachkännel verlegen (sie finden sie dann nicht oder mühsam beim Durchtrennen)
  • V.a. bei Indachanlagen Blindmodule markieren auf Plänen. Erleichtert allfällige Dachöffnung.
  • Batterien möglichst draussen platzieren
  • Wassereinbruch im Keller vorbeugen, wenn Batterie dort steht
  • Stecker müssen korrekt konfektioniert sein (Crimpwerkzeug, nicht Zange)

«Die Feuerwehr, Dein Freund und Helfer» hat nach den wirklich gelungenen Erläuterungen vom Kommandanten Patrice Gosteli eine ganz neue Bedeutung bekommen. Sie sind keine Behörde, die eine Kontrollabnahme macht, sie kommen vorbei, um sich ein Bild zu machen für den möglichen Ernstfall.

Die Feuerwehr will helfen, nicht kontrollieren. Schlussendlich geht es um Eure Liegenschaft.

Patrice Gosteli

Weit entfernt von Panikmache und nicht weniger die Solarenergie schätzend, sagt der Kommandant schön: «Wir kommen nur im unwahrscheinlichen Fall, dass etwas passiert, nur dann braucht es uns, aber dann seid Ihr froh, wenn wir genau wissen, wie es bei Euch zuhause aussieht, damit wir Zeit sparen».

Die Wahrscheinlichkeit eines PV- oder Batteriebrands, erklärt der Ausbildungs-Verantwortliche Christian Küpfer, liegt irgendwo bei 0.014 %. Die Ursache eines Brandes ist meistens eine fehlerhafte Installation und nicht die PV-Anlage oder der Batterie-Speicher selber. Er erwähnt auch, dass nicht nur Feuer, sondern auch Hochwasser eine Gefahr darstellt, v.a. bei Batterien, und verweist auf die Sicherheitshinweise vom deutschen Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) e.V.

Weil es im Wehntal so viele PV-Anlagen gibt, 366 um genau zu sein (woran unsere IG Solar Wehntal nicht ganz unschuldig ist), hat die Feuerwehr Wehntal diverse zusätzlichen Praktiken entwickelt und spezielle Equipments organisiert, um möglichst gut gerüstet zu sein.

Die Feuerwehr erstellt für jede Anlage ein einheitlich und kurzes Datenblatt, das sie pro Gemeinde in einem Ordner führt und in jedem Fahrzeug deponiert ist. Darin ist kurz aber genau definiert, wo die wichtigen Schalter und Installationen in der entsprechenden Liegenschaft sind, damit mit der Suche in einem Notfall keine Zeit verloren geht.

Diese grosse Erfahrung hat sogar dazu geführt, dass bei einer anstehenden kantonalen Feuerwehrausbildung für PV-Anlagen und Speicher die Feuerwehren der Stadt Zürich, Stadt Winterthur und Wehntal im Lead sind!

Um den Anlass noch authentischer zu machen – was jedoch definitiv nicht geplant war – ging während der Demonstration tatsächlich ein scharfer Alarm ein, worauf die Besucher zwar unfreiwillig aber nicht weniger gespannt zu einer Echt-Vorführung kamen. Die ersten Pikettdienstler kamen bereits nach 1-2 Minuten angerannt oder mit dem Velo angebraust, bereits wenige Minuten später rückte das Tanklöschfahrzeug inkl. Sirene aus. Ein paar Minuten vorher hatte das TLF noch als Pinnwand für Illustrationen gedient.

Zum Glück war es ein Fehlalarm und die Jungs waren bald wieder zurück.

JA, wir können wirklich stolz auf unsere Feuerwehr sein, und danken dem Team um Patrice Gostelli nochmals ganz herzlich für ihren super Einsatz!

Ein paar Impressionen

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